Anleitungen · 6 min
E-Auto mit Solarstrom laden: Was es bringt und was es kostet
Ja, du kannst dein E-Auto mit Strom von der eigenen PV-Anlage laden. Wie viel Prozent realistisch aus der Sonne kommen und was du pro 100 km sparst, rechnen wir hier durch.
Im Mittel stammt gut die Hälfte des Ladestroms vom eigenen Dach, wenn die Wallbox dem Überschuss folgt. Ohne Steuerung sind es oft nur 5 bis 15 Prozent. Die Rechnung für Einsteiger.
Von Noah Schonnebeck · Gründer & Strategie · Veröffentlicht am 2026-10-01
Das Wichtigste auf einen Blick
- Mit dynamischem Überschussladen stammen im Mittel 53 Prozent des Ladestroms aus der eigenen PV-Anlage (HTW Berlin, 730 Haushalte, Stand Juli 2025). Ungesteuert sind es oft nur 5 bis 15 Prozent.
- 100 km kosten mit Netzstrom rund 6,70 Euro (37,0 ct/kWh, BDEW, Stand August 2026), mit eigenem Solarstrom rund 1,40 Euro, an öffentlichen Ladesäulen meist 9 Euro und mehr.
- enyo regelt die Wallbox stufenlos nach dem Überschuss, hält dein Ladeziel ein und setzt §14a-Vorgaben um. 599 Euro einmalig, 60 Tage Geld-zurück-Garantie.
Lohnt es sich, das E-Auto mit Solarstrom zu laden?
Ja. Folgt die Wallbox automatisch dem Solarüberschuss, kommt laut HTW Berlin im Mittel gut die Hälfte des Ladestroms vom eigenen Dach, und 100 km kosten rund 1,40 statt 6,70 Euro. enyo übernimmt diese Steuerung auch für Geräte verschiedener Marken: einstecken, in der App einrichten, 599 Euro einmalig, kein Abo.
Was das für dich heißt
- Wenn dein Auto tagsüber oft zu Hause steht (Homeoffice, Zweitwagen): holst du am meisten aus dem Überschussladen heraus.
- Wenn du täglich pendelst: lädst du vor allem am Wochenende solar und brauchst ein Ladeziel für den Morgen.
- Wenn du einen Speicher hast: sollten Speicher und Wallbox so abgestimmt sein, dass beide vom Überschuss profitieren und der Speicher nicht schon mittags voll ist.
Wo das nicht funktioniert
- Von etwa November bis Februar reicht der Überschuss oft nicht einmal für die Mindestladeleistung. Dann lädst du überwiegend Netzstrom.
- Eine Wallbox ohne externe Steuerbarkeit kann keinem Überschuss folgen.
So kommt der Solarstrom ins Auto
Beim PV-Überschussladen fließt der Solarstrom, den das Haus gerade nicht braucht, ins Elektroauto statt für rund 8 ct ins Netz. Die Wallbox richtet ihre Ladeleistung laufend nach dem Überschuss. Lädt das Auto erst abends, zahlst du den vollen Netzpreis.
Wie viel Prozent vom Dach realistisch sind
Messdaten von 730 Haushalten (HTW Berlin, 2022 und 2023):
| Situation | Solaranteil an der Fahrzeugladung |
|---|---|
| Ungesteuertes Laden (Referenzwerte) | 5-15 % |
| Mittelwert aller Haushalte | 53 % |
| PV-Anlage 5-10 kWp | im Mittel 46 % |
| PV-Anlage 15-20 kWp | im Mittel 62 % |
| Effekt dynamisches Überschussladen | + 25 Prozentpunkte |
| Effekt Batteriespeicher | + 9 Prozentpunkte |
Sommer, Winter, Pendler: Von April bis September reicht der Überschuss an sonnigen Tagen oft für große Teile der Ladung, im Winter kaum. Entscheidend ist außerdem, wann das Auto an der Wallbox hängt. In 68 Prozent der untersuchten Haushalte wird an mehr als drei Tagen pro Woche geladen, vor allem mittags. Mit Homeoffice oder Zweitwagen liegst du eher darüber, als Pendler eher darunter.
Was du dafür brauchst
Kurz gesagt: eine steuerbare Wallbox, eine Messung am Netzanschluss und eine Steuerung, die die Ladeleistung an den Überschuss anpasst. Mit Phasenumschaltung startet das Laden schon ab rund 1,4 kW Überschuss statt ab rund 4,2 kW, das bringt im Frühjahr und Herbst mehr Solarstrom ins Auto. Welche Wallbox passt, steht in der Wallbox-Matrix, die komplette Checkliste in PV-Überschussladen: Was du wirklich brauchst.
Die Rechnung: Kosten pro 100 km
Annahme: 18 kWh pro 100 km inklusive Ladeverluste (ADAC Ecotest: 13,4 bis 29,7 kWh, Stand Dezember 2025).
| Strom aus | Preis pro kWh | Kosten pro 100 km |
|---|---|---|
| Netz zu Hause | 37,0 ct (BDEW, Stand August 2026) | ca. 6,70 € |
| Eigene PV-Anlage | 7,7 ct entgangene Einspeisevergütung (Bundesnetzagentur, Stand August 2026) | ca. 1,40 € |
| Öffentliche Ladesäule | selten unter 50 ct (ADAC, Stand 2026) | ab ca. 9,00 € |
| Ad-hoc-Laden unterwegs | bis 84 ct (ADAC, Stand 2026) | bis ca. 15,10 € |
Beim Solarstrom zählt die entgangene Einspeisevergütung. Mit den Erzeugungskosten kleiner Dachanlagen (6,3 bis 14,4 ct/kWh, Fraunhofer ISE, Stand Juli 2024) wären es 1,10 bis 2,60 Euro.
Beispiel pro Jahr: 15.000 km mal 18 kWh sind 2.700 kWh. Bei 53 Prozent Solaranteil ersetzt du rund 1.430 kWh Netzstrom, jede spart 29,3 ct. Das sind rund 420 Euro im Jahr. Ungesteuert mit 10 Prozent wären es rund 80 Euro.
Speicher oder Auto?
Die meisten Anlagen haben heute einen Speicher. Dann geht es darum, Speicher und Wallbox so abzustimmen, dass sie sich den Überschuss nicht gegenseitig wegnehmen und der Speicher abends trotzdem genug für das Haus hat. Ob abends der Speicher ins Auto entladen sollte, klärt Auto laden oder Speicher entladen, das ganze Haus PV-Eigenverbrauch optimieren.
§14a: Was der Netzbetreiber mitredet
Neue Wallboxen über 4,2 kW (seit 2024) fallen unter §14a EnWG: Bei drohender Überlastung darf der Netzbetreiber den Netzbezug auf 4,2 kW drosseln. Dafür sinken die Netzentgelte, pauschal um 110 bis 190 Euro im Jahr (Modul 1), um 60 Prozent des Arbeitspreises mit separatem Zähler (Modul 2) oder zeitvariabel (Modul 3), Stand September 2026 laut Bundesnetzagentur. Details: §14a EnWG einfach erklärt.
Wie enyo das Laden steuert
Die enyo Box verbindet Wechselrichter, Speicher und Wallbox verschiedener Hersteller, Wallboxen überwiegend über OCPP. Sie passt die Ladeleistung stufenlos an den Überschuss an, hält die Uhrzeit ein, zu der das Auto fertig sein soll, und verteilt eine §14a-Vorgabe auf die Geräte.
Einstecken, ins Heimnetz, in der App einrichten, ohne Elektriker. Gesteuert wird lokal, wo der Hersteller eine lokale Schnittstelle anbietet, sonst über dessen Cloud. enyo kostet 599 Euro einmalig, kein Abo, mit 60 Tagen Geld-zurück-Garantie. Ob deine Geräte passen, zeigt die Kompatibilitätsliste oder der kostenlose Check.
Passend dazu: PV-Überschuss sinnvoll nutzen und openWB und enyo im Vergleich.
Quellen
Häufige Fragen
Wie viel Prozent meines Ladestroms kommen von der PV-Anlage?
Laut HTW Berlin im Mittel 53 Prozent, wenn die Wallbox dem Überschuss folgt, ungesteuert oft nur 5 bis 15 Prozent. Bei 15 bis 20 kWp waren es im Mittel 62 Prozent, bei 5 bis 10 kWp 46 Prozent. Steht das Auto tagsüber oft zu Hause, liegst du eher darüber.
Wie viel spare ich, wenn ich mein E-Auto mit PV-Strom lade?
Bei 15.000 km im Jahr, 18 kWh pro 100 km und 53 Prozent Solaranteil rund 420 Euro gegenüber Netzstrom zu 37,0 ct (Stand August 2026). Pro kWh Solarstrom entgeht dir nur die Einspeisevergütung von 7,7 ct. Pendler, die fast nur am Wochenende solar laden, sparen weniger.
Reicht meine PV-Anlage im Winter fürs E-Auto?
Meist nicht. Von etwa November bis Februar bleibt nach dem Hausverbrauch oft weniger als die rund 1,4 kW, ab denen die Wallbox startet. Ein Ladeziel sorgt dafür, dass das Auto trotzdem rechtzeitig voll ist, mit Netzstrom oder in günstigen Stunden eines dynamischen Stromtarifs.
Was kostet die Steuerung fürs Solarladen?
Stammen Wallbox und Wechselrichter vom selben Hersteller, reicht oft dessen App. Bei gemischten Marken, Speicher oder Wärmepumpe brauchst du eine Steuerung für alle Geräte. enyo kostet 599 Euro einmalig, ohne Abo, verbindet Geräte verschiedener Marken, nichts muss getauscht werden, und es gibt eine 60-Tage-Geld-zurück-Garantie.
Muss meine Wallbox nach §14a steuerbar sein?
Ja, wenn sie mehr als 4,2 kW hat und seit 2024 in Betrieb ging. Im Gegenzug sinken deine Netzentgelte, pauschal um 110 bis 190 Euro im Jahr (Stand September 2026). Gedrosselt wird nur bei drohender Überlastung und nie unter 4,2 kW, Laden bleibt also immer möglich.