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Photovoltaik im Wandel: Das Ende der klassischen Einspeisevergütung ab 2027

Warum der Staat ab 2027 nicht mehr für deinen Solarstrom zahlt - und wie du deine PV-Anlage trotzdem rentabel machst.

Ab 2027 gibt es für neue PV-Anlagen unter 25 kW keine Einspeisevergütung mehr. Was das konkret bedeutet - und wie deine Anlage trotzdem rentabel bleibt.

Von Noah Schonnebeck · Veröffentlicht am 2026-04-28

Die Energiewende ist in einer neuen Phase angekommen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat erkannt, dass die ungesteuerte Einspeisung von Solarstrom an sonnigen Tagen die Stromnetze an ihre Grenzen bringt. Die Konsequenz ist ein radikaler Kurswechsel für private Solaranlagen - mit Folgen für jeden, der heute oder morgen eine PV-Anlage besitzt.

Die Botschaft ist eindeutig: Wer seinen Sonnenstrom künftig nicht selbst nutzt, verschenkt ihn. Dieser Artikel erklärt in einfacher Sprache, was sich ändert, warum es sich ändert und wie deine Anlage trotzdem profitabel bleibt - unter anderem mit einem [HEMS als Steuerzentrale](/magazin/was-ist-ein-hems).

Die wohl einschneidendste Neuerung im Gesetzesentwurf zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für 2027 ist unmissverständlich: Die staatliche Förderung für neue Solaranlagen mit einer installierten Leistung von weniger als 25 Kilowatt (kW) wird komplett eingestellt.

Die Begründung des Ministeriums: Solaranlagen sind in den letzten Jahren so stark im Preis gefallen, dass sie sich auch ohne staatliche Vergütung rechnen. Das große „Aber“: Diese Wirtschaftlichkeit funktioniert nur, wenn du einen hohen Anteil des erzeugten Stroms auch [selbst verbrauchst](/magazin/pv-eigenverbrauch-optimieren).

Um zu verstehen, warum der Staat so drastisch durchgreift, lohnt ein Blick auf das Jahr 2025. Schon heute gilt für alle Anlagen, die ab 2025 gebaut wurden: Bei negativen Strompreisen an der Börse entfällt die Einspeisevergütung komplett.

Was das in der Praxis bedeutet, lässt sich an einem typischen Beispiel zeigen: Stell dir einen windigen, wolkenlosen Sonntagmittag im Mai vor. Ganz Deutschland produziert Solar- und Windstrom im Überfluss, aber die großen Fabriken stehen still, weil Wochenende ist. Das Angebot übersteigt die Nachfrage extrem. An der Strombörse fällt der Preis unter null.

Um die Stromnetze zur Mittagszeit zu entlasten, plant der Staat ab 2027 zusätzlich eine strikte technische Drosselung: Kleinere Solaranlagen dürfen dann dauerhaft nur noch maximal 50 Prozent ihrer installierten Leistung ins öffentliche Netz einspeisen.

Ein konkretes Rechenbeispiel macht klar, was das für eine ganz normale Hausanlage bedeutet:

Die Konsequenz: Wenn du diese überschüssigen 3 kW nicht in genau diesem Moment im Haus verbrauchst oder in einem Speicher zwischenlagerst, ist diese Energie schlicht weg. Niemand zahlt dir etwas dafür.

Wenn es für die Einspeisung ohnehin kein Geld mehr gibt und mittags abgeregelt wird, stellt sich die logische Frage: Warum dann überhaupt noch ins Netz einspeisen?

Genau für diese Überlegung baut der Staat bürokratische Hürden ab. Sogenannte Nulleinspeiseanlagen sollen es künftig deutlich leichter haben. Das sind Anlagen, deren Besitzer sich bewusst dafür entscheiden, keinen einzigen Tropfen Überschussstrom ins öffentliche Netz abzugeben. Stattdessen wird der Strom für die spätere Nutzung im Haus zwischengespeichert oder notfalls durch die Anlage selbst abgeregelt.

Die Zukunft der Heimsysteme besteht aus einem Dreiklang: Solarmodule, Heimspeicher und ein intelligentes Energiemanagement-System (HEMS). Das Gesetz setzt gezielt den Anreiz, neue PV-Anlagen konsequent mit Speichern auszustatten und mit Wärmepumpen und E-Autos zu koppeln. Ein Heimspeicher kann sich übrigens zusätzlich [netzdienlich Geld verdienen](/magazin/batteriespeicher-netzdienlich-geld-verdienen).

Konkret machen drei Hebel deine Anlage ab 2027 wieder rentabel:

Egal, ob du schon eine PV-Anlage besitzt oder eine planst - diese Schritte helfen dir, die neue Realität ab 2027 für dich zu nutzen:

Der Referentenentwurf für 2027 macht eines unmissverständlich klar: Die Ära der staatlich garantierten Einspeisevergütung für kleine private Solaranlagen endet. Wer seine PV-Anlage weiter wie ein kleines Kraftwerk fürs Netz betreibt, wird draufzahlen.

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