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PV-Überschussladen: E-Auto mit Solarstrom laden - und welche Wallbox passt

Wie du dein E-Auto mit dem eigenen Solarstrom vom Dach lädst, warum das bares Geld spart und welche Wallboxen sich dafür eignen.

PV-Überschussladen heißt: Dein E-Auto lädt mit dem Sonnenstrom vom eigenen Dach statt mit teurem Netzstrom. Wie das funktioniert, was es spart und welche Wallbox dafür geeignet ist.

Von Noah Schonnebeck · Veröffentlicht am 2026-06-08

Wer eine Solaranlage und ein E-Auto hat, sitzt auf einem großen Sparpotenzial. Denn statt den selbst erzeugten Strom für wenige Cent ins öffentliche Netz zu schicken, kann man ihn direkt ins eigene Auto laden. Genau das nennt man PV-Überschussladen. In diesem Ratgeber erklären wir einfach, was dahintersteckt, warum es sich lohnt und worauf du bei der Wallbox achten solltest.

Eine Solaranlage (Fachbegriff: Photovoltaik-Anlage, kurz PV) erzeugt tagsüber Strom. Einen Teil davon verbraucht dein Haushalt sofort - etwa für Kühlschrank, Licht oder die Waschmaschine. Was übrig bleibt, ist der sogenannte Überschuss. Beim PV-Überschussladen wird genau dieser überschüssige Strom genutzt, um das E-Auto zu laden.

Das Clevere daran: Die Ladeleistung wird laufend an die Sonne angepasst. Scheint die Sonne stark und der Überschuss ist groß, lädt das Auto schneller. Zieht eine Wolke auf, drosselt die Steuerung die Ladung - damit kein teurer Netzstrom dazugekauft werden muss. So fließt möglichst nur dein eigener, günstiger Sonnenstrom ins Auto.

Der finanzielle Hebel ist groß, weil drei Preise weit auseinanderliegen: Eigener Solarstrom kostet dich nur wenige Cent pro Kilowattstunde. Für Strom, den du ins Netz einspeist, bekommst du dagegen nur noch eine geringe Vergütung. Und Netzstrom, den du einkaufst, ist mit Abstand am teuersten.

Je mehr du dein Auto also mit eigenem Sonnenstrom lädst statt mit Netzstrom, desto mehr sparst du. Wer viel zu Hause lädt, kann so über das Jahr mehrere Hundert Euro sparen. Wie du den Eigenverbrauch deiner Anlage grundsätzlich erhöhst, liest du im Ratgeber [PV-Eigenverbrauch optimieren](/magazin/pv-eigenverbrauch-optimieren).

Damit das Überschussladen automatisch klappt, müssen drei Dinge zusammenspielen. Erstens muss laufend gemessen werden, wie viel Strom gerade ins Netz fließen würde - das ist der Überschuss. Dafür sorgt ein Zähler oder der Wechselrichter der Solaranlage. Zweitens braucht es eine Wallbox, deren Ladeleistung sich stufenlos oder in feinen Schritten regeln lässt. Drittens braucht es eine Steuerung, die beides verbindet und ständig nachregelt.

Ein kleines Detail mit großer Wirkung: Ein E-Auto braucht eine Mindestladeleistung, sonst startet es nicht. Bei einer einphasigen Ladung sind das rund 1,4 Kilowatt, bei dreiphasiger Ladung etwa 4,2 Kilowatt. Gute Steuerungen können zwischen ein- und dreiphasigem Laden umschalten, damit auch bei wenig Sonne schon mit Überschuss geladen werden kann.

Grundsätzlich eignen sich viele moderne Wallboxen fürs Überschussladen - vorausgesetzt, sie lassen sich von außen steuern und ihre Ladeleistung regeln. Der Haken: Bei den Hersteller-eigenen Lösungen funktioniert das Überschussladen oft nur, wenn auch die Solaranlage oder der Speicher vom selben Hersteller stammen. Die folgende Übersicht zeigt gängige Modelle.

Eine ausführlichere Gegenüberstellung findest du in unserer [Wallbox-Kompatibilitäts-Übersicht](/magazin/wallbox-matrix).

In den meisten Haushalten stammen Solaranlage, Speicher und Wallbox von verschiedenen Herstellern. Genau da stoßen die Hersteller-eigenen Apps an ihre Grenzen: Sie steuern nur ihre eigenen Geräte. Ein herstellerübergreifendes Energiemanagement (HEMS, Home Energy Management System) löst das Problem.

Ein HEMS wie enyo verbindet alle Geräte über ihre jeweiligen Schnittstellen - egal von welcher Marke. Es kennt den aktuellen Solar-Überschuss, den Ladestand des Speichers und den Bedarf im Haus und entscheidet vorausschauend, wohin der Strom fließt: zuerst in den eigenen Verbrauch, dann ins Auto, in den Speicher oder als letztes ins Netz. So lädt dein E-Auto automatisch mit Sonnenstrom, ohne dass du etwas einstellen musst. Wie das grundsätzlich funktioniert, steht im Beitrag [Was ist ein HEMS?](/magazin/was-ist-ein-hems).

Wer zusätzlich einen dynamischen Stromtarif nutzt, kann auch an sonnenarmen Tagen sparen: Dann lädt das HEMS bevorzugt in den günstigen Stunden. Mehr dazu im Ratgeber [Dynamische Stromtarife: warum sie ohne HEMS oft Geld kosten](/magazin/dynamische-stromtarife-hems).

PV-Überschussladen ist eine der einfachsten Möglichkeiten, mit Solaranlage und E-Auto richtig Geld zu sparen: Statt den Sonnenstrom für wenige Cent abzugeben, wandert er direkt ins eigene Auto. Damit das zuverlässig und automatisch funktioniert, braucht es eine steuerbare Wallbox und eine Steuerung, die den Überschuss kennt. Stammen deine Geräte von verschiedenen Herstellern - der Normalfall -, holt ein herstellerübergreifendes HEMS das meiste heraus, weil es alle Komponenten markenunabhängig zusammenbringt.

*Stand: Juni 2026. Preise, Schnittstellen und der Funktionsumfang einzelner Wallboxen ändern sich; Angaben ohne Gewähr. Modellnamen dienen der Orientierung - enyo ist herstellerunabhängig.*

IDM (aus Matrei in Osttirol) hat sich mit der NAVIGATOR-Regelung früh und konsequent auf das Thema Photovoltaik eingestellt. Anders als bei vielen Wärmepumpen, bei denen die PV-Kopplung beim groben SG-Ready-Signal endet, kann die IDM mit dem übermittelten Überschuss tatsächlich etwas anfangen: Sie hebt gezielt die Temperaturen in Warmwasser- und Wärmespeicher an, richtet ihren Betrieb am verfügbaren Strom aus und erreicht so - bei passender Dimensionierung von Wärmepumpe, Speicher und PV-Anlage - einen hohen Eigenverbrauchsanteil. Die eigentliche Frage bei IDM lautet deshalb nicht „geht das überhaupt", sondern „wie kommt der Überschusswert sauber und zuverlässig in die Regelung".

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