Anleitungen · 7 min
Solarspitzengesetz und 60-%-Regel: Was sich für deine PV-Anlage ändert
Seit dem 25. Februar 2025 gelten für neue PV-Anlagen strengere Regeln. Hier steht, was davon 2026 wirklich gilt, was die 60-%-Kappung kostet und wo ein Energiemanager hilft.
Die 60-%-Regel kostet je nach Ausrichtung 1 bis 9 Prozent Ertrag, negative Preise kosten Vergütung. Wer Mittagsstrom in Speicher, Wärmepumpe und Auto lenkt, verliert davon den Großteil nicht.
Von Noah Schonnebeck · Gründer & Strategie · Veröffentlicht am 2026-10-01
Das Wichtigste auf einen Blick
- Rechtsstand 24. September 2026: Die 60-%-Regel (§ 100 Abs. 3b EEG 2023) und die Nullvergütung bei negativen Preisen (§ 51 EEG 2023) gelten unverändert für Anlagen ab 25. Februar 2025.
- Die Kappung kostet laut HTW Berlin 1,1 Prozent (Ost-West) bis 9,0 Prozent (Süd) des Ertrags, bei Volleinspeisung ohne Speicher (zitiert von Verbraucherzentrale Hamburg, 09/2025).
- 2025 gab es 573 Stunden mit negativen Day-Ahead-Preisen (Bundesnetzagentur, Januar 2026), die entgangene Vergütung wird später nachgeholt.
- Die EEG-Novelle 2027 (Drucksache 21/7867) plant für neue Kleinanlagen eine dauerhafte 50-%-Grenze. Sie ist noch nicht beschlossen.
- enyo verteilt Mittagsstrom markenübergreifend auf Speicher, Wärmepumpe und Wallbox, für 599 Euro einmalig ohne Abo.
Was bedeutet das Solarspitzengesetz mit der 60-%-Regel für meine PV-Anlage, und hilft ein Energiemanager dagegen?
Neue PV-Anlagen ohne Smart Meter und Steuerbox dürfen seit 25. Februar 2025 nur 60 Prozent ihrer Leistung einspeisen, bei negativen Börsenpreisen entfällt die Vergütung. Die Regel bleibt, aber ein Energiemanager wie enyo lenkt den Mittagsstrom in Speicher, Wärmepumpe und Auto, statt ihn abzuregeln. enyo kostet 599 Euro einmalig, kein Abo, und steuert Geräte verschiedener Marken gemeinsam.
Was das für dich heißt
- Wenn deine Anlage vor dem 25. Februar 2025 in Betrieb ging: ändert sich für dich nichts, außer du wechselst freiwillig.
- Wenn deine Anlage neu ist und noch keine Steuerbox hat: gilt die 60-%-Grenze am Netzanschluss, also nach deinem Eigenverbrauch.
- Wenn du Speicher, Wärmepumpe oder E-Auto hast: wird jede verschobene Kilowattstunde nicht abgeregelt.
Wo das nicht funktioniert
- Ein Energiemanager ersetzt weder Smart Meter noch Steuerbox und hebt die 60-%-Regel nicht auf.
- Ist mittags alles voll und warm, wird trotzdem abgeregelt.
- Ohne dynamischen Tarif oder Direktvermarktung profitierst du von negativen Preisen nicht direkt, du vermeidest nur Nachteile.
Was das Solarspitzengesetz regelt
Das Solarspitzengesetz heißt offiziell "Gesetz zur Änderung des Energiewirtschaftsrechts zur Vermeidung von temporären Erzeugungsüberschüssen" (BGBl. 2025 I Nr. 51) und gilt seit dem 25. Februar 2025. Es soll verhindern, dass mittags zu viel Solarstrom ins Netz drückt.
| Regel | Paragraf | Wen es betrifft | Bis wann |
|---|---|---|---|
| Einspeisung auf 60 % der installierten Leistung | § 100 Abs. 3b i. V. m. § 9 Abs. 2 EEG 2023 | Neuanlagen ab 25.2.2025 unter 25 kW mit Einspeisevergütung, ohne Smart Meter | bis Smart Meter und Steuerbox erfolgreich getestet sind |
| Keine Vergütung bei negativen Preisen | § 51 EEG 2023 | Neuanlagen ab 25.2.2025 | dauerhaft |
| Übergang für Kleinanlagen | § 51 Abs. 2 EEG 2023 | unter 100 kW ohne Smart Meter | bis Ende des Jahres mit Smart-Meter-Einbau |
| Freiwilliger Wechsel | § 100 Abs. 47 EEG 2023 | Bestandsanlagen mit Smart Meter | Bonus 0,6 ct/kWh |
Stand: 24. September 2026, Quellen: EEG 2023 auf gesetze-im-internet.de, Clearingstelle EEG|KWKG (Übersicht Stand 15.06.2026), BSW-Solar.
Anlagen von 25 bis 100 kW müssen statt der Kappung fernsteuerbar sein. Steckersolargeräte fallen nicht unter die 60-%-Regel, für Anlagen unter 2 kW gilt laut BSW-Solar vorerst auch die Nullvergütung nicht.
Die 60-%-Regel: Leistung ist nicht Menge
Die Grenze gilt für die Leistung am Netzverknüpfungspunkt, nicht für deine Jahresmenge. Eine 10-kWp-Anlage darf also höchstens 6 kW gleichzeitig ins Netz geben. Was du im Haus verbrauchst oder in den Speicher lädst, zählt nicht mit. Laufen mittags Wärmepumpe und Wallbox, darf die Anlage voll produzieren.
Wie der Nachweis von Smart Meter und Steuerbox läuft, steht in Steuerbarkeit nachweisen nach §14a und §9 EEG. Wann ein Smart Meter ohnehin Pflicht ist, erklärt Smart-Meter-Pflicht.
Die 60 Prozent haben nichts mit der Netzentgelt-Reduzierung nach §14a EnWG zu tun, die ebenfalls mit 60 Prozent rechnet. Mehr dazu in §14a EnWG einfach erklärt.
Negative Preise: Vergütung fällt aus, wird aber nachgeholt
Für negative Viertelstunden gibt es bei Neuanlagen keine Vergütung, dafür verlängert § 51a EEG den Förderzeitraum. Laut Clearingstelle wird die Zahl der negativen Viertelstunden halbiert und als Kontingent auf die Monate nach Förderende verteilt, sonnige Monate zählen mehr. Das Geld kommt also, aber erst in rund 20 Jahren.
Bestandsanlagen und Direktvermarktung
Für ältere Anlagen gilt das Recht zum Zeitpunkt ihrer Inbetriebnahme (siehe Häufige Fragen). Eine Direktvermarktungspflicht unter 100 kW ist laut BSW-Solar nicht gekommen. Direkt vermarktete Anlagen fallen nicht unter die 60-%-Regel.
Was 2027 kommt
Das Kabinett hat am 29. Juli 2026 die EEG-Novelle beschlossen: dauerhafte 50-%-Grenze für neue kleine und mittlere Dachanlagen, Ende der festen Einspeisevergütung, Start 1. Januar 2027. Vom Bundestag beschlossen ist sie Stand 24. September 2026 nicht. Einzelheiten stehen in Einspeisevergütung ab 2027.
Was die Kappung wirklich kostet
Die HTW-Werte von 1,1 bis 9,0 Prozent gelten für Volleinspeisung ohne Speicher. BSW-Solar hält die 9 Prozent für einen seltenen Extremfall, weil fast jede Anlage mit Eigenverbrauch läuft. Teurer können negative Preise werden: Laut HTW Berlin fielen 2024 rund 18 Prozent des Ertrags einer Süd-Anlage in solche Zeiten.
Eingespeist bekommst du bei Inbetriebnahme ab 1. August 2026 höchstens 7,70 ct/kWh (Teileinspeisung bis 10 kW, Bundesnetzagentur), Netzstrom kostet im Schnitt rund 37 ct/kWh (BDEW, 2026). Jede Kilowattstunde, die du mittags selbst nutzt statt abzuregeln oder für null einzuspeisen, ist rund 30 Cent wert.
Was ein Energiemanager daran ändert und was nicht
Die HTW Berlin zeigt, dass ein prognosebasiertes Energiemanagement die Abregelungsverluste einer 10-kW-Anlage selbst bei 50-%-Grenze auf rund 1 Prozent senken kann (April 2025).
| Situation | Ohne Steuerung | Mit Energiemanager |
|---|---|---|
| Mittags über 60 % Einspeisung | Wechselrichter regelt ab | Speicher, Wärmepumpe, Wallbox nehmen den Strom auf |
| Speicher morgens schon voll | Mittagsspitze geht verloren | Ladung nach Wetterprognose in die Spitze gelegt |
| Negative Börsenpreise | Einspeisung ohne Vergütung | mit dynamischem Tarif: Laden und Heizen in diese Stunden |
Die meisten Anlagen haben heute einen Speicher. Dann geht es darum, Speicher, Wärmepumpe und Wallbox so abzustimmen, dass sie sich den Überschuss nicht gegenseitig wegnehmen. enyo erstellt dafür täglich einen Fahrplan aus Wetter- und Verbrauchsprognose, bewirtschaftet den Speicher vorausschauend und lässt die Wallbox dem Solarüberschuss folgen. Mit dynamischem Tarif nutzt enyo auch günstige Börsenstunden, egal bei welchem Anbieter. Wärmepumpen bindet enyo je nach Modell über EEBus, Modbus oder SG Ready an. Welche Geräte gehen, zeigt die Kompatibilität.
Kommt die Steuerbox, nimmt enyo die Vorgaben nach §14a EnWG und §9 EEG entgegen und verteilt sie auf die Geräte. Mehr in Batteriespeicher-Größe und PV-Eigenverbrauch optimieren.
Passend dazu: PV-Überschuss sinnvoll nutzen, Überschuss nutzen bei älteren PV-Anlagen und Batteriespeicher aus dem Netz laden.
Quellen
Häufige Fragen
Gilt die 60-%-Regel auch für meine alte PV-Anlage?
Nein. Anlagen, die vor dem 25. Februar 2025 in Betrieb gingen, behalten die Regeln von damals. Mit Smart Meter kannst du freiwillig wechseln und bekommst 0,6 ct/kWh mehr, dafür gilt die Nullvergütung bei negativen Preisen.
Wie viel Ertrag verliere ich durch die 60-%-Regel?
Laut HTW-Simulation 1,1 Prozent bei Ost-West-Dach und bis 9,0 Prozent bei Süddach, jeweils ohne Speicher und bei Volleinspeisung. Mit Eigenverbrauch und Speicher liegt der Verlust deutlich darunter, weil die Grenze nur die Einspeisung ins Netz betrifft, nicht die Erzeugung auf dem Dach.
Hebt ein Energiemanager die 60-%-Regel auf?
Nein. Die Begrenzung entfällt erst, wenn Smart Meter und Steuerbox eingebaut sind und der Netzbetreiber die Steuerung erfolgreich getestet hat. Ein Energiemanager sorgt dafür, dass Speicher, Wärmepumpe und E-Auto den Mittagsstrom aufnehmen und seltener abgeregelt wird.
Bekomme ich bei negativen Strompreisen gar nichts mehr?
Für die betroffenen Viertelstunden nicht, wenn deine Anlage ab 25. Februar 2025 läuft. Anlagen unter 100 kW ohne Smart Meter trifft das erst ab dem Jahr nach dem Einbau. Die Zeit wird ans Förderende angehängt, am besten nutzt du den Strom dann selbst.
Brauche ich für einen Energiemanager einen Elektriker?
Für die enyo Box nicht: einstecken, ins Heimnetz, in der App einrichten, rund 30 Minuten. Nur wenn die Wärmepumpe nur über SG Ready anbindbar ist, verdrahtet ein Elektriker einmal die Kontakte. Dazu gibt es eine 60-Tage-Geld-zurück-Garantie, siehe Preis.