Markt & Tarife · 9 min
Energiemanager ohne Cloud: Welche Anbieter es 2026 wirklich gibt
Wer PV, Speicher, Wallbox und Wärmepumpe lokal im Haus steuern will, hat eine überschaubare Auswahl. Dieser Überblick sortiert sie nach Aufwand, Kosten und Offenheit.
Nicht jedes Energiemanagement braucht eine Internetverbindung, um zu funktionieren. Dieser Überblick zeigt, welche Systeme 2026 lokal steuern, was sie kosten und wie viel technisches Wissen sie voraussetzen.
Von enyo Redaktion · Veröffentlicht am 2026-08-12
Das Wichtigste auf einen Blick
- Lokal steuern bedeutet: Die Steuerlogik läuft auf einem Gerät im Haus, nicht auf einem Server im Internet.
- Fünf Systeme sind 2026 relevant: enyo, evcc, Home Assistant, openWB und der SMA Sunny Home Manager.
- evcc und Home Assistant sind kostenlos oder sehr günstig, verlangen aber Einarbeitung und eigene Hardware.
- enyo kostet einmalig 599 Euro, wird eingesteckt und eingerichtet und braucht kein technisches Vorwissen.
- Auch lokale Systeme nutzen das Internet für Updates, App-Zugriff von unterwegs und dynamische Strompreise - der Unterschied ist, dass die Steuerung ohne Internet weiterläuft.
Der Begriff wird sehr unterschiedlich benutzt. Sauber getrennt gibt es drei Ebenen, und nur die erste entscheidet darüber, ob dein Haus bei einem Internetausfall weiter sinnvoll arbeitet:
Ein reines Cloud-System verliert bei einem Internetausfall alle drei Ebenen gleichzeitig: Es kann dann weder entscheiden noch schalten. Ein lokales System verliert nur die Bedienung von unterwegs und die Zusatzdaten. Genau das ist der praktische Unterschied - nicht die Frage, ob überhaupt ein Datenpaket das Haus verlässt.
Sieben Systeme sind 2026 im deutschsprachigen Raum ernsthaft relevant, wenn die Steuerung im Haus bleiben soll. Die Tabelle sortiert sie nach dem, was in der Praxis den Unterschied macht: Preis, Aufwand und ob Geräte verschiedener Marken zusammenarbeiten.
evcc ist die bekannteste lokale Lösung im deutschsprachigen Raum und kommt aus der Open-Source-Welt. Die Software ist kostenlos, läuft auf einem kleinen Rechner im Haus und deckt vor allem das Laden mit Solarstrom sehr gut ab. Die Kehrseite: Du brauchst eigene Hardware, konfigurierst über eine Textdatei und bist bei Problemen auf Foren und die Community angewiesen. Wer daran Spaß hat, bekommt dafür sehr viel Freiheit. Mehr dazu im Vergleich enyo und evcc.
Home Assistant ist keine Energiemanagement-Software, sondern eine Smart-Home-Plattform, mit der man auch Energiemanagement bauen kann. Das ist ein wichtiger Unterschied: Die Automatisierungen, die entscheiden, wann die Wärmepumpe läuft, schreibst du selbst. Der Funktionsumfang ist praktisch unbegrenzt, der Zeitaufwand ebenfalls.
openWB ist im Kern eine Wallbox, die eine Steuerung mitbringt. Für das Laden mit Solarstrom ist das eine ausgereifte Lösung, und auch weitere Verbraucher lassen sich einbinden. Wer sein Ladeproblem lösen will, ist gut bedient. Wer Wärmepumpe, Speicher und Klimaanlage gleichrangig steuern will, merkt, dass der Schwerpunkt woanders liegt.
Der SMA Sunny Home Manager sitzt im Zählerschrank und wird von einer Elektrofachkraft eingebaut. Innerhalb der SMA-Welt funktioniert das Zusammenspiel sehr gut. Sobald Wechselrichter, Speicher und Wärmepumpe von unterschiedlichen Herstellern kommen, wird es schnell dünn - siehe Sunny Home Manager Alternative.
enyo ist der Versuch, die lokale Steuerung ohne Bastelaufwand nutzbar zu machen: ein Gerät, das du auspackst, einsteckst und über eine App einrichtest. Die Steuerlogik läuft im Haus. Zusätzlich lassen sich Erweiterungen anderer Anbieter nachinstallieren, wenn ein Gerät eine besondere Anbindung braucht. Welche Geräte unterstützt werden, steht in der Liste der kompatiblen Geräte.
Solar Manager kommt aus der Schweiz und steuert ebenfalls herstellerübergreifend. Das Gerät ist gut gemacht, die Einrichtung läuft in der Regel über einen Fachbetrieb. Der Unterschied zu enyo liegt im Preismodell: Neben dem Gerät fällt eine laufende Gebühr an. Was das über mehrere Jahre ausmacht, rechnen wir im Beitrag Was ein HEMS wirklich kostet durch.
Loxone ist streng genommen kein Energiemanager, sondern eine komplette Gebäudeautomation: Licht, Beschattung, Heizung und Energie aus einer Hand. Für einen Neubau mit Planung durch einen Partnerbetrieb ist das eine starke Lösung. Für ein bestehendes Haus, in dem nur Solarstrom, Wärmepumpe und Wallbox zusammenarbeiten sollen, ist es deutlich mehr, als nötig wäre - und deutlich teurer.
Auf Herstellerseiten steht oft "lokal", ohne dass klar wird, was damit gemeint ist. Mit vier Fragen bekommst du Klarheit - sie lassen sich vor dem Kauf per E-Mail an den Anbieter stellen:
Der erste Punkt ist der wichtigste und lässt sich sogar selbst testen: Netzwerkstecker am Router ziehen und schauen, ob die Wallbox weiter mit Solarstrom lädt. Systeme, die vollständig auf einer Cloud aufbauen, fallen dabei sofort auf.
Der Anschaffungspreis allein sagt wenig. Entscheidend ist, was nach fünf Jahren auf dem Konto fehlt - inklusive Zusatzhardware und laufender Gebühren. Bei Open Source kommt außerdem ein Posten dazu, der auf keiner Rechnung steht: deine Zeit.
Zum Weiterlesen: Der direkte Vergleich steht in enyo, evcc oder Home Assistant, die Datenschutzfragen beantwortet Ist ein Energiemanager ohne Cloud sicher? und für den größten Verbraucher im Haus lohnt sich Wärmepumpe lokal steuern. Was enyo kostet und was im Paket enthalten ist, steht auf der Preisseite.
Inhalt
- Was "ohne Cloud" wirklich bedeutet
- Die Anbieter im Überblick
- Die Systeme im Detail
- Woran du erkennst, dass ein System lokal steuert
- Was die Systeme über fünf Jahre kosten
- Welches System passt zu wem?
- Fazit
| System | Typ | Kosten | Aufwand | Herstellerübergreifend |
|---|---|---|---|---|
| enyo | Fertiges Gerät | 599 Euro einmalig | Einstecken und einrichten, kein Vorwissen nötig | Ja, Geräte verschiedener Marken |
| evcc | Open-Source-Software | Kostenlos, eigene Hardware nötig | Konfiguration über Textdatei, Einarbeitung nötig | Ja, sehr breite Geräteliste |
| Home Assistant | Open-Source-Plattform | Kostenlos, eigene Hardware nötig | Hoch, Energiemanagement muss selbst gebaut werden | Ja, über Erweiterungen |
| openWB | Wallbox mit Steuerung | ab rund 500 Euro | Mittel, Installation durch Fachbetrieb üblich | Teilweise, Schwerpunkt Ladeseite |
| SMA Sunny Home Manager | Gateway im Zählerschrank | rund 500 Euro | Mittel, Einbau durch Elektrofachkraft | Eingeschränkt, stark auf SMA ausgerichtet |
| Solar Manager | Gerät plus Abo | Gerät plus laufende Gebühr | Mittel, Einrichtung meist über Fachbetrieb | Ja, breite Geräteliste |
| Loxone | Gebäudeautomation | Vierstellig, je nach Ausbau | Hoch, Planung und Programmierung durch Partner | Ja, im eigenen System |
Preise sind Richtwerte aus August 2026 und können je nach Anbieter und Ausführung abweichen. Eine ausführliche Gegenüberstellung findest du im großen HEMS-Vergleich.
| System | Anschaffung | Laufend pro Jahr | Nach 5 Jahren |
|---|---|---|---|
| enyo | 599 Euro | 0 Euro | 599 Euro |
| evcc | 0 Euro plus rund 80 Euro Hardware | 0 Euro plus Strom für den Kleinrechner | rund 100 Euro plus Eigenarbeit |
| Home Assistant | 0 Euro plus rund 80 Euro Hardware | 0 Euro plus Strom für den Kleinrechner | rund 100 Euro plus deutlich mehr Eigenarbeit |
| Solar Manager | Gerät | laufende Gebühr | spürbar über 599 Euro |
| SMA Sunny Home Manager | rund 500 Euro | 0 Euro | rund 500 Euro plus Einbau |
Richtwerte, Stand August 2026. Die vollständige Rechnung inklusive Installationskosten steht im Beitrag HEMS-Kosten im Überblick.
| Deine Situation | Passendes System |
|---|---|
| Du programmierst gerne und hast Zeit | Home Assistant oder evcc |
| Nur das E-Auto soll Solarstrom laden | evcc oder openWB |
| Alle Komponenten sind von SMA | SMA Sunny Home Manager |
| Geräte verschiedener Marken, kein technisches Vorwissen | enyo |
| Wärmepumpe soll mitgesteuert werden | enyo, mit Abstrichen evcc |
Häufige Fragen
Was ist ein Energiemanager ohne Cloud?
Ein Energiemanager ohne Cloud trifft die Steuerentscheidungen auf einem Gerät bei dir im Haus. Fällt das Internet aus, laufen die lokal eingebundenen Geräte weiter. Bei einem reinen Cloud-System steht die Steuerung dagegen still.
Welche Energiemanager arbeiten lokal?
2026 sind fünf Systeme relevant: enyo, evcc, Home Assistant, openWB und der SMA Sunny Home Manager. enyo ist ein fertiges Gerät für 599 Euro, evcc und Home Assistant sind kostenlose Open-Source-Software mit entsprechendem Einrichtungsaufwand.
Braucht ein lokaler Energiemanager gar kein Internet?
Für die Steuerung nicht. Für Updates, den Zugriff von unterwegs und dynamische Strompreise wird eine Internetverbindung genutzt. Ohne Internet läuft die Grundsteuerung nach Solarstrom weiter.
Ist evcc eine Alternative zu enyo?
Für das Laden des E-Autos mit Solarstrom ja. Der Unterschied liegt im Aufwand: evcc verlangt eigene Hardware und Konfiguration, enyo kommt als fertiges Gerät und deckt zusätzlich Wärmepumpe und Klimaanlage breiter ab.
Über enyo
enyo ist ein lokales, herstellerübergreifendes Energiemanagement-System aus Köln. Der enyo connector wird im Heimnetz betrieben und verbindet Wärmepumpe, PV-Anlage, Batteriespeicher und Wallbox verschiedener Hersteller. Er kostet 599 Euro einmalig ohne Abo, wird ohne Elektrofachbetrieb in Betrieb genommen und verteilt die vom Netzbetreiber vorgegebene Leistungsgrenze nach §14a EnWG intelligent auf die Geräte im Haus. Entwickelt in Köln, hergestellt in Deutschland.
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