Markt & Tarife · 15 min

HEMS-Vergleich 2026: 12 Energiemanagement-Systeme im Überblick

Wärmepumpe, Batteriespeicher, Netzdienlichkeit, Kosten über fünf Jahre: Was die zwölf relevantesten Energiemanagement-Systeme können - und wo ihre Grenzen liegen.

Der Markt für Energiemanagement hat sich 2026 stark aufgefächert: kostenlose Open-Source-Software, Cloud-Apps ganz ohne Hardware, Gateways für den Zählerschrank, Boxen mit eigenem Stromtarif, Gebäudeautomation mit Energiefunktion und Plattformen, die unter fremden Markennamen im Haus landen. Dieser Überblick stellt die zwölf relevantesten Systeme gegenüber - anhand der Kriterien, die im Alltag den Unterschied machen.

Von enyo Redaktion · Veröffentlicht am 2026-07-31 · Aktualisiert am 2026-08-20

Welches Energiemanagement-System passt 2026 zu deinem Haus?

Es gibt kein System, das für alle das beste ist. Entscheidend ist, welche Geräte du hast: Bleibst du bei einer Marke, reicht oft der Energiemanager des Herstellers. Sobald Wärmepumpe, Wallbox und Wechselrichter von verschiedenen Herstellern kommen, brauchst du ein herstellerunabhängiges System wie enyo, evcc oder Solar Manager.

SystemPasst zuEinmalpreisLaufende KostenSteuert lokal
Hersteller-Energiemanager (z. B. SMA, Fronius)Anlagen aus einer Markeca. 500 bis 900 Euromeist keineje nach Modell
enyogemischte Anlagen, ohne Elektriker599 Eurokeineja
evcctechnikaffine Haushalte mit Zeit0 Euro (Sponsoring möglich)eigener Serverja
Solar Managergemischte Anlagen mit Betreuungca. 700 bis 900 EuroAboteilweise
Komplettanbieter mit StromtarifNeuanlagen aus einer Handim PaketTarifbindungmeist nein

Preisangaben Stand 08/2026, öffentlich verfügbare Listenpreise. Bitte vor dem Kauf prüfen.

Was das für dich heißt

  • Wenn alle Geräte von einem Hersteller stammen: prüfe zuerst den Energiemanager dieses Herstellers - oft ist er günstiger und reicht aus.
  • Wenn du Geräte verschiedener Hersteller verbinden willst: brauchst du ein unabhängiges System. Prüfe deine Geräte in der Kompatibilitätsliste.
  • Wenn du gern selbst bastelst und Zeit hast: ist evcc eine ernsthafte Option - dafür trägst du Betrieb und Updates selbst.

Wo das nicht funktioniert

  • Kein System spart Geld, wenn nichts steuerbar ist: Ohne PV-Anlage, Speicher, Wallbox oder Wärmepumpe gibt es nichts zu verschieben.
  • Auch enyo kann nur Geräte steuern, die eine Schnittstelle mitbringen. Ältere Wärmepumpen ohne SG-Ready-Kontakt oder Datenanschluss bleiben außen vor.
  • Ersparnisse sind Modellrechnungen. Der tatsächliche Betrag hängt von Verbrauch, Anlagengröße und Tarif ab.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Wärmepumpe, Batteriespeicher und netzdienliche Steuerung nach §14a EnWG trennen das Feld stärker als der Preis.
  • Fünf Systeme steuern uneingeschränkt lokal weiter, die übrigen brauchen für die volle Funktion eine Internetverbindung.
  • Über zehn Jahre reichen die Gesamtkosten von rund 100 Euro (evcc) über 599 Euro (enyo) bis rund 2.400 Euro (1KOMMA5° Heartbeat).
  • Systemtypen reichen von Open-Source-Software über Cloud-Apps ohne Hardware bis zu Gebäudeautomation und White-Label-Plattformen.
  • Seit 2024 müssen neue steuerbare Verbrauchseinrichtungen über 4,2 kW dem Netzbetreiber eine Leistungsreduzierung nach §14a EnWG ermöglichen.

Der Markt für Energiemanagement hat sich 2026 stark aufgefächert: kostenlose Open-Source-Software, Cloud-Apps ganz ohne Hardware, Gateways für den Zählerschrank, Boxen mit eigenem Stromtarif, Gebäudeautomation mit Energiefunktion und Plattformen, die unter fremden Markennamen im Haus landen. Dieser Überblick stellt die zwölf relevantesten Systeme gegenüber - anhand der Kriterien, die im Alltag den Unterschied machen.

Die Herstellerbreite ist qualitativ eingestuft, weil die Anbieter Unterschiedliches ausweisen: clever-PV nennt über 80 Hersteller, Solar Manager über 700 Geräte ohne Herstellerangabe, evcc arbeitet mit einem offenen Template-System, Home Assistant mit einer community-gepflegten Integrationsbibliothek. Bei 1KOMMA5° und E.ON Home ist die veröffentlichte Liste dagegen deutlich kürzer - Details dazu weiter unten. Welche Geräte aktuell mit enyo zusammenspielen, zeigt die Kompatibilitätsübersicht.

Ein Energiemanagement wird an drei Disziplinen gemessen: Wie tief bindet es die Wärmepumpe ein, wie klug bewirtschaftet es den Batteriespeicher, und setzt es die netzdienliche Steuerung nach §14a EnWG selbst um? Hier trennt sich das Feld stärker als beim Preis.

Zur Wärmepumpe: Fast alle Systeme können eine Wärmepumpe einschalten. Deutlich weniger können ihr sagen, wie sie laufen soll. Der Unterschied zwischen einem geschalteten SG-Ready-Kontakt und einer konkreten Leistungsvorgabe über eine digitale Schnittstelle entscheidet darüber, wie viel Überschuss tatsächlich in Wärme wandert - Details im Beitrag Direktsteuerung oder Energiemanagement.

Zum Batteriespeicher: Der Speicher ist der flexibelste Baustein im Haus, und die Systeme gehen sehr unterschiedlich mit ihm um. Eine einfache Logik lädt ihn, sobald Überschuss anfällt. Eine prognosebasierte Steuerung hält mittags Kapazität frei, wenn für den Nachmittag noch Ertrag erwartet wird, lädt bei negativen oder sehr niedrigen Börsenpreisen gezielt aus dem Netz und entlädt in teuren Stunden. Bei 1KOMMA5° geht das bis zum aktiven Börsenhandel über ein virtuelles Kraftwerk - das ist im Feld die weitestgehende Umsetzung, allerdings an Tarif und Plattform des Anbieters gebunden.

Zur Netzdienlichkeit: Seit 2024 müssen neue steuerbare Verbrauchseinrichtungen über 4,2 kW dem Netzbetreiber eine Leistungsreduzierung ermöglichen (§14a EnWG). Die Vorgabe kommt dabei über eine Einrichtung des Netzbetreibers ins Haus - eine Steuerbox oder ein Modul am Smart-Meter-Gateway. Der Unterschied liegt darin, was danach geschieht: Entweder der Netzbetreiber steuert jedes Gerät direkt an, oder er übermittelt eine Summengrenze an ein Energiemanagementsystem, das sie intelligent auf die Geräte verteilt. Diese Verteilung deckt nicht jedes System ab - clever-PV empfiehlt im eigenen §14a-Leitfaden ausdrücklich die Direktansteuerung, bei evcc ist die Verteilung auf mehrere Geräte nur eingeschränkt abgedeckt, bei Home Assistant ist sie kein mitgelieferter Anwendungsfall. Hinzu kommen die Anforderungen des Solarspitzengesetzes an die Fernsteuerbarkeit neuer Anlagen.

Für die vertiefende Prüfung gibt es eigene Vergleiche zu evcc, Solar Manager, clever-PV, 1KOMMA5° Heartbeat, E.ON Home, SpotMyEnergy, Kiwigrid, Home Assistant, Loxone, OpenEMS und gridX. Dort gehen wir jeweils genauer auf Kompatibilität, Kosten, Installation und mögliche Abhängigkeiten ein.

evcc im Detail ist ein Open-Source-Projekt unter MIT-Lizenz, das seit 2020 entwickelt wird. Die Software läuft auf eigener Hardware - typischerweise einem Raspberry Pi - vollständig lokal und ohne Cloud. Sie deckt PV-Überschussladen, dynamische Tarife, Gerätepriorisierung, Ladeplanung und Wärmepumpensteuerung ab und unterstützt über ein Template-System sehr viele Geräte. Seit Version 0.300 im Januar 2026 lässt sie sich vollständig im Browser einrichten. Die Software ist kostenlos; für viele kommerzielle Geräteschnittstellen wird ein Sponsor-Token benötigt (rund 2 bis 4 US-Dollar monatlich oder etwa 100 bis 150 einmalig). Zu berücksichtigen: Es gibt keine Gewährleistung, keinen Support-Anspruch und keine zugesicherte Verfügbarkeit; Einrichtung, Wartung und Sicherheitsupdates liegen beim Nutzer. Für §14a EnWG ist eine zusätzliche Steuerbox erforderlich.

Solar Manager im Detail ist ein Schweizer Anbieter mit über 50.000 installierten Systemen und einer deutschen Tochtergesellschaft. Das System besteht aus einem lokalen Gateway, App und Cloud-Plattform; die aktuelle Standardvariante Connect 2 ist ein Hutschienen-Gerät für den Zählerschrank und wird vom Elektriker installiert. Gesteuert werden PV, Batterie, Wärmepumpe, Warmwasser, Wallbox und Smart Plugs - mit stufenloser Geräteregelung, Lastmanagement, PV-Prognose und Unterstützung mehrerer dynamischer Tarifanbieter. Seit Juni 2026 gibt es eine KI-gestützte Optimierung. Das Abo ist verpflichtend: 48 Euro (Basic) bis 72 Euro (Premium) im Jahr, das erste Jahr ist im Kaufpreis enthalten. Ohne aktives Abo lässt sich das Gerät nicht nutzen.

clever-PV im Detail ist eine reine Cloud-Software ohne eigene Hardware, entwickelt von einem bayerischen Anbieter mit über 85.000 registrierten Nutzern. Die Anbindung läuft über die Cloud-Schnittstellen der Gerätehersteller: Der Nutzer hinterlegt seine Zugangsdaten zum jeweiligen Hersteller-Portal, eine Installation entfällt. Unterstützt werden über 80 Hersteller, darunter 35 Wechselrichter- und Speichermarken sowie 33 Wallbox-Marken. Der Einstiegstarif ist dauerhaft kostenlos, die automatische Steuerung kostet 72 Euro im Jahr. Grenzen: Ohne Internetverbindung ist keine Steuerung möglich, Geräte ohne offene Hersteller-Cloud lassen sich nicht einbinden, Wärmepumpen sind bei fünf Marken direkt angebunden - alle weiteren nur über SG Ready mit einem WLAN-Schalter. Eine §14a-Steuerung über das System ist laut Anbieterangaben nicht vorgesehen.

1KOMMA5° Heartbeat im Detail stammt von einem vertikal integrierten Anlagenbauer, der Photovoltaik, Wärmepumpen, Speicher und Wallboxen über eigene Handwerksbetriebe installiert. Heartbeat besteht aus Gateway, Cloud und App und ist eng mit dem Energiehandel verbunden: eigener dynamischer Stromtarif, automatisierter Börsenhandel, Batterie-Arbitrage und ein virtuelles Kraftwerk, das im Mai 2026 rund ein Gigawatt steuerbare Leistung erreichte. Nach Anbieterangaben sind über 60.000 Haushalte vernetzt. Die Box kostet 599 Euro einmalig plus 14,99 Euro monatlich; der Funktionsumfang entfaltet sich im Wesentlichen mit dem hauseigenen Stromtarif. Zur Kompatibilität: Die Pressemitteilungen nennen eine Abdeckung von rund 60 Prozent der Bestandsanlagen, die veröffentlichte Kompatibilitätsliste führt für Deutschland Integrationen von gut einem Dutzend Herstellern - konkrete Geräte sollten vorab geprüft werden.

E.ON Home im Detail basiert technisch auf der E.ON-Tochter gridX und deren gridBox. Die Hardware kostet 199 Euro, läuft lokal mit Echtzeitmessung, ist selbst installierbar und deckt §14a EnWG sowie §9 EEG ab; dazu kommt ein Basispaket für 9,99 Euro monatlich, wobei die Preisoptimierung mit dynamischen Tarifen bis Ende 2026 kostenfrei enthalten ist. Die Einschränkung liegt in der Freigabeliste: Für die Nachrüstung bestehender Anlagen werden derzeit bestimmte Wechselrichter von Sungrow und Kostal sowie drei Wallbox-Modelle unterstützt. Die zugrundeliegende gridX-Technik ist herstellerunabhängig, die freigegebene Liste für E.ON Home ist es bislang nicht.

SpotMyEnergy im Detail kombiniert Messstellenbetrieb, Smart Meter, dynamischen Tarif und Steuerungssoftware zu einem Paket. Der Anbieter ist selbst Messstellenbetreiber und Stromhändler und adressiert damit den Engpass, an dem viele Installationen hängen: die Verfügbarkeit eines intelligenten Messsystems. Gesteuert werden PV, Speicher, Wallbox, Wärmepumpe und Klimageräte, überwiegend durch Lastverschiebung anhand des Tarifsignals; zeitvariable Netzentgelte nach §14a Modul 3 werden unterstützt. Das Energiemanagement selbst ist im Messstellenbetrieb und Tarif eingepreist. Im Gegenzug bindet man sich an Messstellenbetrieb und Stromlieferant.

Kiwigrid im Detail ist ein Dresdner Plattformanbieter, dessen Technik hinter Energiemanagement-Produkten von Versorgern, Herstellern und Installateuren steckt. Verkauft wird nicht an Endkunden, sondern als White-Label-Lösung - der Kiwigrid Energy Manager ist nach Anbieterangaben in zehntausenden Gebäuden im Einsatz. Die Plattform deckt §14a EnWG, §9 EEG und dynamische Tarife ab; seit Januar 2026 gibt es eine erweiterte Wärmepumpensteuerung über SG Ready und EEBus. Wer ein solches Produkt über sein Stadtwerk bezieht, sollte die Konditionen des jeweiligen Anbieters prüfen, nicht die von Kiwigrid.

enyo ist eine lokale Box, die im Heimnetz betrieben wird. Für lokal eingebundene Geräte funktioniert die Steuerung auch ohne Internetverbindung weiter; im Normalbetrieb wird die App über das Internet aufgerufen. Sie bindet Geräte herstellerübergreifend über die jeweils beste verfügbare Schnittstelle ein und steuert Wärmepumpe, PV, Batteriespeicher und Wallbox - bei Wärmepumpen über digitale Schnittstellen wie EEBus oder Modbus, wo das Gerät sie bietet, statt über den SG-Ready-Kontakt. Der Batteriespeicher wird prognose- und preisbasiert bewirtschaftet, die netzdienliche Steuerung nach §14a EnWG wird über das System abgebildet, ebenso §9 EEG. Die Box kostet 599 Euro einmalig ohne Abo, ist auf Inbetriebnahme ohne Elektriker ausgelegt und über ein SDK durch Dritte erweiterbar. Den Stromtarif bringst du selbst mit: enyo ist an keinen Anbieter gebunden, du kannst jeden dynamischen Tarif hinterlegen und behältst dein Energiemanagement auch nach einem Anbieterwechsel. Einen eigenen Tarif oder Stromhandel wie Heartbeat oder SpotMyEnergy bietet enyo nicht - dafür bindet es dich auch an keinen.

Home Assistant im Detail ist eines der größten Open-Source-Projekte im Smart-Home-Bereich: quelloffen, vollständig lokal lauffähig, mit einer sehr großen Integrationsbibliothek und einer aktiven Community. Energiemanagement ist dort eine Anwendung neben vielen anderen - das Energy Dashboard bringt Erfassung und Visualisierung mit, die Steuerungslogik entsteht dagegen aus Automatisierungen, die man selbst anlegt. Es gibt keine Gewährleistung und keinen Support-Anspruch; Einrichtung, Updates, Backups und Sicherheitsaktualisierungen liegen beim Nutzer. Für Nutzer, die das ganze Haus automatisieren wollen, ist das eine sehr mächtige Basis.

Loxone im Detail ist eine Gebäudeautomation, die Licht, Beschattung, Sicherheit und Energie über einen Miniserver steuert. Zentrale Funktionen wie PV-Überschussladen, Speicherlogik und Wärmepumpensteuerung laufen lokal auf dem Gerät, Fernzugriff und Börsenpreis-Daten brauchen eine Verbindung. Installation und Programmierung laufen über einen Loxone-Partner; der Miniserver ist ein Hutschienengerät für den Verteiler. Für Bauherren und Sanierer, die das ganze Haus automatisieren wollen, ist das ein durchdachtes System - mit Energiemanagement als einem Baustein unter mehreren.

OpenEMS im Detail ist ein quelloffenes Framework aus dem Speicherumfeld, das auch Hersteller als Basis eigener Produkte nutzen. Speichersteuerung ist die Kerndisziplin; die netzdienliche Steuerung wurde in Forschungsprojekten über EEBus validiert. Für den Eigenbetrieb braucht es erhebliches technisches Verständnis - es ist ein Framework, kein fertiges Produkt. Wer eine eigene Optimierungslogik umsetzen oder eine ungewöhnliche Anlagenkonstellation abbilden will, kann das auf Quellcode-Ebene tun.

gridX im Detail ist wie Kiwigrid ein Plattformanbieter ohne Endkundenverkauf: Die XENON-Plattform mit der gridBox als lokalem Gateway steckt in Produkten von Versorgern und Herstellern - unter anderem hinter E.ON Home. Nach Herstellerangaben werden rund 50 Hersteller unterstützt; welche davon freigegeben sind, entscheidet der jeweilige Anbieter. Wer ein gridX-basiertes Produkt nutzt, hat einen Vertrag mit dem Anbieter davor, nicht mit gridX.

Ein einmaliger Kaufpreis und ein Monatsabo lassen sich nur über die Haltedauer vergleichen - und die richtige Bezugsgröße ist nicht das erste Jahr. Wir rechnen deshalb über zehn Jahre: Eine Photovoltaikanlage läuft 20 bis 30 Jahre, eine Wärmepumpe ähnlich lang, und zehn Jahre sind der Zeitraum, den die meisten Haushalte realistisch überblicken. Die Werte nach fünf und zwanzig Jahren stehen zum Einordnen daneben.

Bei evcc, Home Assistant und OpenEMS sind die eigene Hardware und deren gelegentlicher Ersatz nicht enthalten; die Software selbst bleibt kostenlos. Bei Loxone setzt sich der Betrag aus Miniserver, Erweiterungen, Sensorik, Verkabelung und Programmierung zusammen und ist ohne Angebot des Fachpartners nicht seriös zu beziffern - laufende Gebühren fallen aber auch dort nicht an.

Was die Tabelle zeigt: Nach zehn Jahren steht die Reihenfolge anders als im ersten Jahr. clever-PV wirkt anfangs günstig, überschreitet den einmaligen Kaufpreis von enyo aber etwa im achten Jahr und liegt nach zehn Jahren bei rund 720 Euro. E.ON Home startet mit 199 Euro am günstigsten und kommt nach zehn Jahren auf etwa 1.400 Euro, Solar Manager auf 1.115 bis 1.330 Euro. Bei Heartbeat summieren sich die monatlichen Gebühren nach zehn Jahren auf rund 2.400 Euro - dafür enthält das System dort Stromtarif und Börsenhandel, also Leistungen, die die anderen nicht erbringen. enyo bleibt in jedem Zeitfenster bei 599 Euro.

Die belastbare Regel daraus: Systeme mit laufenden Kosten rechnen sich, solange der laufende Nutzen sie übersteigt - etwa ein Tarif- oder Handelsvorteil. Wo das Abo nur die Software finanziert, wächst der Abstand zu einer einmaligen Anschaffung mit jedem Jahr.

Soll die Steuerung ohne Internet funktionieren? Cloud-Systeme sind schnell eingerichtet, hängen aber an der Verbindung und an fremden Servern; ändert ein Hersteller seine Schnittstelle oder fällt ein Dienst aus, ist die Optimierung betroffen. Bei clever-PV, Heartbeat und SpotMyEnergy ist der Cloud-Betrieb konzeptionell vorgesehen. Uneingeschränkt lokal arbeiten enyo, evcc, Home Assistant, Loxone und OpenEMS - für lokal eingebundene Geräte läuft die Steuerung auch bei einem Internetausfall weiter. Im Normalbetrieb braucht enyo wie andere lokale Systeme eine Internetverbindung, um die App aufzurufen.

Wie tief sollen Wärmepumpe und Speicher eingebunden sein? Reicht das Anstoßen per SG-Ready-Kontakt, oder soll die Wärmepumpe dem tatsächlichen Überschuss folgen und der Speicher vorausschauend bewirtschaftet werden? Diese Frage sortiert das Feld anders als der Preis - und sie hat den größeren wirtschaftlichen Hebel.

Inhalt

  • Die zwölf Systeme im Überblick
  • Was die Systeme tatsächlich steuern
  • Die zwölf Systeme im Detail
  • Was die Systeme über 10 Jahre kosten
  • Drei Fragen, die die Auswahl entscheiden

Grunddaten im Vergleich (Stand: August 2026)

SystemSystemtypOhne Internet nutzbarHerstellerbreiteElektriker nötigKosten über 5 Jahre
enyoLokale Boxja, für lokal eingebundene Gerätehoch, laufend erweiterbarneinca. 599 € (einmalig)
Solar ManagerGateway für den Zählerschrankeingeschränkthochjaca. 875-970 €
evccOpen-Source-Softwarejahochnein (Eigenleistung)ca. 100-150 €
clever-PVCloud-App ohne Hardwareneinhochneinca. 360 €
1KOMMA5° HeartbeatBox mit Cloud, Tarif und virtuellem Kraftwerkneingeringjaca. 1.500 €
E.ON HomeBox auf gridBox-Basisteilweisegeringneinca. 800 €
SpotMyEnergySmart Meter, Tarif und Software als Bündelneinmitteljaim Tarif enthalten
KiwigridB2B-Plattform (White Label)eingeschränktmitteljakein Endkundenpreis
Home AssistantOffene Smart-Home-Plattformjahochnein (Eigenleistung)eigene Hardware
LoxoneGebäudeautomation mit Energiefunktionjahochjaeinmalig, je nach Umfang
OpenEMSOpen-Source-Frameworkjaabhängig von Modulennein (Eigenleistung)eigene Hardware
gridXHybride White-Label-PlattformGateway mit Offline-Funktionhochjakein Endkundenpreis

Angaben zu anderen Anbietern nach deren Veröffentlichungen, Stand August 2026; Preise sind Listenpreise. Die Kosten über fünf Jahre sind ein Rechenbeispiel ohne Installation und ohne Preissteigerungen.

Steuerungsfähigkeiten im Vergleich

SystemWärmepumpeBatteriespeicher§14a-Steuerung über das System
enyoTiefe Einbindung über digitale SchnittstellenLade- und Entladesteuerung nach Prognose und Preisja
Solar ManagerDirekte Anbindung mehrerer Hersteller, stufenlose RegelungSpeicheroptimierung, Lastmanagementja
KiwigridSG Ready und EEBus, seit 2026 erweitertSpeichersteuerung über die Plattformja
evccÜber geschaltete Relais am SG-Ready-EingangBatteriesteuerung vorhandennur mit zusätzlicher Steuerbox
clever-PVFünf Marken direkt per Hersteller-Cloud, sonst SG ReadyBatteriesteuerung für ausgewählte Herstellernein, Direktansteuerung empfohlen
1KOMMA5° HeartbeatWenige Hersteller im eigenen ÖkosystemBatterie-Arbitrage mit Börsenhandelja
E.ON Home"Solares Heizen" mit wenigen freigegebenen GerätenEigenverbrauchsoptimierungja
SpotMyEnergyLastverschiebung über das TarifsignalGrundfunktionenja
Home Assistantje nach Integration, Logik selbst zu bauenmöglich, Automatisierung selbst zu erstellennicht vorgesehen
Loxoneüber Modbus oder NetzwerkanbindungSpeicherlogik über Modbusüber Programmierung abbildbar
OpenEMSüber verfügbare ModuleKernstärke, aus dem Speicherumfeldüber EEBus abbildbar, validiert
gridXüber die Plattform, je nach PartnerproduktSpeichersteuerung über die Plattformüber die Plattform abgebildet

Angaben zu anderen Anbietern nach deren Veröffentlichungen, Stand August 2026.

Gesamtkosten über 10 Jahre (ohne Installationskosten und Preissteigerungen)

SystemNach 5 JahrenNach 10 JahrenNach 20 Jahren
evccca. 100-150 €ca. 100-150 €ca. 100-150 €
Home Assistanteigene Hardwareeigene Hardwareeigene Hardware, ggf. Ersatz
OpenEMSeigene Hardwareeigene Hardwareeigene Hardware, ggf. Ersatz
clever-PVca. 360 €ca. 720 €ca. 1.440 €
enyo599 €599 €599 €
E.ON Homeca. 800 €ca. 1.400 €ca. 2.600 €
Solar Managerca. 875-970 €ca. 1.115-1.330 €ca. 1.595-2.050 €
1KOMMA5° Heartbeatca. 1.500 €ca. 2.400 €ca. 4.200 €
Loxoneeinmalig, je nach Umfangunverändertunverändert
SpotMyEnergyim Tarif enthaltenim Tarif enthaltenim Tarif enthalten
Kiwigridkein Endkundenpreiskein Endkundenpreiskein Endkundenpreis
gridXkein Endkundenpreiskein Endkundenpreiskein Endkundenpreis

Angaben zu anderen Anbietern nach deren Veröffentlichungen, Stand August 2026; Preise sind Listenpreise. Die Kosten über zehn Jahre sind ein Rechenbeispiel ohne Installation und ohne Preissteigerungen.

Über enyo

enyo ist ein lokales, herstellerübergreifendes Energiemanagement-System aus Köln. Der enyo connector wird im Heimnetz betrieben und verbindet Wärmepumpe, PV-Anlage, Batteriespeicher und Wallbox verschiedener Hersteller. Er kostet 599 Euro einmalig ohne Abo, wird ohne Elektrofachbetrieb in Betrieb genommen und verteilt die vom Netzbetreiber vorgegebene Leistungsgrenze nach §14a EnWG intelligent auf die Geräte im Haus. Entwickelt in Köln, hergestellt in Deutschland.

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